ist schwarz tot?

Ich kann es mir nicht verkneifen, meinen Senf zur gestrigen Wahl im Ländle abzugeben. Natürlich ist schwarz nicht tot. Aber das Ergebnis der Wahl ist für mich ein deutliches Zeichen, dass man heute nicht mehr mit einer alleinigen Ausrichtung auf Wirtschaft und Profit Politik machen kann.

Die Grünen stehen - auch dank ihrer "Jugend" gegenüber den anderen Parteien - als Symbol für ein neues, nachhaltiges Denken in der Politik. Nicht zuletzt dank der "grünen Ecke" um Freiburg herum steht Deutschland mit an der Spitze der Technologie bei den regenerativen Energien. Es liegt der Beweis vor, auch mit Alternativ kann man Geld verdienen. Sogar gutes Geld. (Allerdings haben das die Tüftler und Entwickler der Automobilindustrie noch nicht erkannt. Oder welchen Grund gibt es sonst, dass sie den Japanern bei der Entwicklung und Vermarktung alternativer Antriebe hinterherhinken?)

Natürlich steht die Wahl unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan. Aber wenn selbst die Sparer und Häuslesbauer mal hinter ihrem Ofen hervor kommen (immerhin 13% höhere Wahlbeteiligung) und zuerst gegen Stuttgart 21 aufstehen und dann auch noch die Atompolitik der CDU abstrafen, dann sollte das auch in Berlin zu denken geben. Nach mir die Sintflut - das zieht selbst im sonst eher konservativen Ländle nicht mehr.

Hoffentlich dauert das Umdenken in der Politik nicht so lange wie in der Physik. Die neue Physik nach Heisenberg, Planck und Co. hat nach über 100 Jahren immer noch nicht den Stellenwert im Alltag, der ihr gebührt. Immer noch liegt der Kern der Betrachtungsweise darauf, dass alles getrennt ist. Dabei zeigen ja schon die Probleme, die die klassische Newtonsche Physik hat, den Urknall zu beschreiben, dass am Anfang alles eins war, dass wir nicht losgelöst von allem anderen sind. Es wäre schön, wenn Politik und Wirtschaft das erkennen und sich zu Nutze machen würden - nicht erst in 100 Jahren...

Wir können alles - jetzt auch grün!