Hand hoch, wer von Euch der Meinung ist, dass wir in Deutschland im Gesundheitswesen, das ich im Übrigen für ein Krankheitswesen halte, auf eine Zwei-Klassen-Gesellschaft hinsteuern? – Danke!

Und wer ist der Meinung, dass das nicht passieren wird? – Danke, doch deutlich weniger.

Aber ich muss beide Seiten enttäuschen! Denn ich behaupte, dass wir im Krankheitswesen bereits in der Zwei-Klassen-Gesellschaft angekommen sind. Denn wie anders könnte es sonst sein, dass Kassenpatienten vor allem bei Fachärzten – aber nicht nur dort – abgewiesen werden, meist mit der fadenscheinigen Begründung, es wären auf absehbare Zeit keine Termine frei?

Beispiele gefällig?

Eine Frau wird von der Frauenärztin respektive deren Sprechstundenhilfe mit genau dieser Begründung abgewiesen, ohne dass überhaupt nachgefragt wird, was das Problem ist. Das habe ich selbst miterlebt.

Ein Burnout-Patient, der noch rechtzeitig, bevor alles den Bach runter ist, bei einem Psychologen anfragt, bekommt frühestens in einem halben Jahr einen Termin, vorher sei nichts frei. Der Psychologe, bei dem der Patient angefragt hat, erzählt im Fernsehen ganz frei, dass er diesen Patienten nicht annehmen kann, weil das betriebswirtschaftlich unrentabel sei, schließlich sei sein Kontingent voll und für diesen Patienten bekommt er dann deutlich weniger Geld, vielleicht sogar gar keines.

Aber es geht auch noch besser: Ein Allgemeinmediziner erzählt ganz offen im Fernsehen, dass er den meisten seiner Patienten einen Brief gesendet hat, in dem er Ihnen quasi „gekündigt“ hat, weil es sich nicht rechnet, diese Patienten weiter zu betreuen.

Klar ist einzusehen, dass ein freier Arzt auch unternehmerisch denken muss, denn er ist ja tatsächlich ein Unternehmer. Aber wo bleibt dann der hippokratische Eid? Was passiert zum Beispiel mit dem Burnout-Patienten in diesem halben Jahr? Er landet vermutlich in der Klinik, wenn er nicht anderswo doch noch rechtzeitige Hilfe bekommt.

Doch auch hier kommt ein dickes aber von mir: Finanziell würde unser Krankheitssystem anders dastehen, wenn von Anfang an viel mehr für Vorsorge und Gesunderhaltung getan würde. Dann wären die Kosten für die „Fehlerbehebung“ deutlich geringer. Damit meine ich nicht nur die staatlich geregelten, von der Krankenkasse durchgeführten Maßnahmen sondern ganz explizit auch die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen. Das Anspruchsdenken: „Ich habe ein Recht und einen Anspruch auf...“ sollte nicht dazu führen, das Hirn abzuschalten und nur noch andere für sich denken und machen zu lassen. Das ist kein Wundermittel, um das Krankheitswesen gesunden zu lassen, würde den Kollaps aber weiter nach hinten raus schieben.

Dann noch zum Anspruchsdenken: Solange die Versicherungen meinen, sie müssten mehr Geld in Prachtbauten und sich selbst und ihre Verwaltung stecken als zu dem Zweck, zu dem sie eigentlich da sind (das trifft dann nicht nur die Krankenversicherungen), solange kann sich da auch nicht viel ändern. Überhaupt sollten die Gelder der Versicherten, die ja zweckgebunden sind oder wenigstens sein sollten, auch vor allem zweckgebunden eingesetzt werden.

Mittelfristig wird es wohl darauf hinauslaufen, dass Kassenpatienten private Zusatzversicherungen abschließen – sofern sie es sich leisten können. Übrig bleiben diejenigen, die sich das nicht leisten können. Sie bekommen eben dann Hilfe, wenn es sich rechnet, aber meist nur auf minimalem Niveau. Und das werden immer mehr werden.

Längerfristig wird sich da wohl etwas ganz anderes tun, denn die ganze Gesellschaft scheint mir – und nicht nur mir – in allen Bereichen so langsam in einen Umbruch zu kommen, der sich von schreiben wird! Das dürfte wohl das sein, was durch den Maja-Kalender vorhergesagt wurde. Aber der ist heute nicht Thema, das köchelt noch vor sich hin.

Hand hoch, wer von Euch der Meinung ist, daß wir in Deutschland im Gesundheitswesen, das ich im Übrigen für ein Krankheitswesen halte, auf eine Zwei-Klassen-Gesellschaft hinsteuern? – Danke!

Und wer ist der Meinung, daß das nicht passieren wird? – Danke, doch deutlich weniger.

Aber ich muß beide Seiten enttäuschen! Denn ich behaupte, daß wir im Krankheitswesen bereits in der Zwei-Klassen-Gesellschaft angekommen sind. Denn wie anders könnte es sonst sein, daß Kassenpatienten vor allem bei Fachärzten – aber nicht nur dort – abgewiesen werden, meist mit der fadenscheinigen Begründung, es wären auf absehbare Zeit keine Termine frei?

Beispiele gefällig?

Eine Frau wird von der Frauenärztin respektive deren Sprechstundenhilfe mit genau dieser Begründung abgewiesen, ohne daß überhaupt nachgefragt wird, was das Problem ist. Das habe ich selbst miterlebt.

Ein Burnout-Patient, der noch rechtzeitig, bevor alles den Bach runter ist, bei einem Psychologen anfragt, bekommt frühestens in einem halben Jahr einen Termin, vorher sei nichts frei. Der Psychologe, bei dem der Patient angefragt hat, erzählt im Fernsehen ganz frei, daß er diesen Patienten nicht annehmen kann, weil das betriebswirtschaftlich unrentabel sei, schließlich sei sein Kontingent voll und er für diesen Patienten bekommt er dann deutlich weniger Geld, vielleicht sogar gar keines.

Aber es geht auch noch besser: Ein Allgemeinmediziner erzählt ganz offen im Radio, daß er den meisten seiner Patienten einen Brief gesendet hat, in dem er Ihnen quasi „gekündigt“ hat, weil es sich nicht rechnet, diese Patienten weiter zu betreuen.

Klar ist einzusehen, daß ein freier Arzt auch unternehmerisch denken muß, denn er ist ja tatsächlich ein Unternehmer. Aber wo bleibt dann der hippokratische Eid? Was passiert zum Beispiel mit dem Burnout-Patienten in diesem halben Jahr? Er landet vermutlich in der Klinik, wenn er nicht anderswo doch noch rechtzeitige Hilfe bekommt.

Doch auch hier kommt ein dickes aber von mir: Finanziell würde unser Krankheitssystem anders dastehen, wenn von Anfang an viel mehr für Vorsorge und Gesunderhaltung getan würde. Dann wären die Kosten für die „Fehlerbehebung“ deutlich geringer. Damit meine ich nicht nur die staatlich geregelten, von der Krankenkasse durchgeführten Maßnahmen sondern ganz explizit auch die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen. Das Anspruchsdenken: „Ich habe ein Recht und einen Anspruch auf...“ sollte nicht dazu führen, das Hirn abzuschalten und nur noch andere für sich denken und machen zu lassen. Das ist kein Wundermittel, um das Krankheitswesen gesunden zu lassen, würde den Kollaps aber weiter nach hinten rausschieben.

Dann noch zum Anspruchsdenken: Solange die Versicherungen meinen, sie müßten mehr Geld in Prachtbauten und sich selbst und ihre Verwaltung stecken als zu dem Zweck, zu dem sie eigentlich da sind (das trifft dann nicht nur die Krankenversicherungen), solange kann sich da auch nicht viel ändern. Überhaupt sollten die Gelder der Versicherten, die ja zweckgebunden sind oder wenigstens sein sollten, auch vor allem zweckgebunden eingesetzt werden.

Mittelfristig wird es wohl darauf hinauslaufen, daß Kassenpatienten private Zusatzversicherungen abschließen – sofern sie es sich leisten können. Übrig bleiben diejenigen, die sich das nicht leisten können. Sie bekommen eben dann Hilfe, wenn es sich rechnet, aber meist nur auf minimalem Niveau. Und das werden immer mehr werden.

Längerfristig wird sich da wohl etwas ganz anderes tun, denn die ganze Gesellschaft scheint mir – und nicht nur mir – in allen Bereichen so langsam in einen Umbruch zu kommen. Das dürfte wohl das sein, was durch den Maja-Kalender vorhergesagt wurde. Aber der ist heute nicht Thema, das köchelt noch vor sich hin.