Immer wieder bekomme ich Mails, in denen mein Wachstumsletter gelobt wird. Der Wachstumsletter ist toll, spitze, klasse und was des Lobes sonst noch kommen kann. Ich freue mich darüber sehr, denn es ist ja eine Bestätigung dafür, daß mein Wachstumsletter erstens gelesen wird und zweitens auch ankommt. Es gibt kaum eine bessere Motivation als Anerkennung für das, was man tut.

Trotzdem fehlt mir da noch eine Kleinigkeit! Was das wohl ist?

Ich bin drauf gekommen, als ich von einem Leser meines Wachstumsletters zum wiederholten Male solch ein allgemeines Lob bekommen habe. Ich habe mich nämlich gefragt: „Und was gefällt Dir nun genau an meinem Wachstumsletter?“

Das ist der springende Punkt, das hüpfende Komma. Das Lob geht mir runter wie Öl, trotzdem weiß ich nicht, was von meinem Wachstumsletter genau meine Leser anspricht. Und so bin ich darauf gekommen, daß die schönen Worte sehr allgemein gehalten sind, nichts konkretes...

Sind es die einzelnen Themen oder ist es der Themenmix, ist es mein Schreibstil oder nur einfach, daß der Wachstumsletter pünktlich alle drei Wochen kommt? Die Optik? Oder sonst etwas? Hat der Leser vielleicht irgendeinen Nutzen davon? Wenn Ja: Welchen? Keine Ahnung! Dabei wäre doch gerade das interessant! Zugegeben: Bei meinem Wachstumsletter ist der Lesernutzen wichtig, aber ich werde mich nicht verbiegen, um zu gefallen und anzukommen. In anderen Situationen jedoch kann eine konkrete Aussage sehr wohl dazu verhelfen, „paßgenauer“ und damit erfolgreicher zu werden!

Aber warum in die Ferne schweifen,...

... wenn ich mich doch mal wieder selbst an der Nase packen könnte? Immerhin darf ich auch mich fragen, wie ich mich denn selbst verhalte. Und ich stellte fest, daß ich noch in zu vielen Situationen auch nicht anders bin. Eine besonders aufmerksame Bedienung bekommt ein besonders freundliches Lächeln und das Trinkgeld fällt auch höher aus. Ein netter Mensch am Telefon, mit dem man sich angenehm unterhalten kann, bekommt einen besonders freundlichen Ton zurück. Ist das alles?

Das ist zwar Lob, das auch ankommt. Aber auch genauso unspezifisch wie das zu meinem Wachstumsletter. Das soll jetzt anders werden. Ich werde meinem Gegenüber konkret sagen, was mir besonders gefallen hat. Die Bedienung zum Beispiel bekommt so was zu hören wie: „Sie sind eine echte Freude! So freundlich, umsichtig und schnell, herzlichen Dank!“

Damit weiß die Bedienung, wo ihre Stärken sind, die auch ankommen. Und für mich hat es noch einen zusätzlichen Nutzen: Ich schärfe meinen Blick fürs Detail. Ich darf genauer hinsehen, was es denn ist, was mir gefällt.

Konkret werden hilft nicht nur bei den schönen Dingen

Aber konkret werden beschränkt sich nicht nur auf die schönen Dinge des Lebens. Auch wenn mal etwas schief läuft, kann ich genauer hinsehen. Das hilft mir, mich nicht nur zu ärgern, sondern macht mir klar, was genau mich ärgert. Wo ich ansetzten kann, dem Ärger auf den Grund zu gehen und ihn abzustellen. Denn wenn ich nur denke: „Das war Mist!“, dann hilft mir das nicht wirklich. Wenn ich aber weiß, was genau Mist war, dann kann ich dafür sorgen, daß der Mist nicht mehr auftritt (oder ich mich wenigstens nicht mehr darüber ärgere).

Und schließlich ist das auch bei Meinungsverschiedenheiten oder Streit nützlich. Wenn ich nämlich weiß, was es genau ist, das mir nicht paßt, dann kann ich das meinem Gegenüber auch so konkret sagen, ohne in allgemeine Pauschalierungen abzudriften. Was die Chance deutlich erhöht, daß man auf einen gemeinsamen Nenner kommt...

Im NLP nennt man das wohl „herunterchunken“. Und auch in anderen Zusammenhängen wie Teilearbeit, Timeline oder Programmierung/Autosuggestion wird das „konkret werden“ gewinnbringend eingesetzt. Warum also nicht auch im ganz gewöhnlichen Alltag? Es hilft mir persönlich und trägt einen guten Teil für ein besseres Miteinander bei.