Na bitte, geht doch!

Da habe ich hier bemängelt, dass mich meine Leser zwar loben, aber nicht konkret genug dabei sind. Und prompt bekomme ich eine erste Antwort – Klasse!

Bei dieser Leserin kommt einiges gut an! Meine Themenauswahl, wie ich mit den Themen umgehe, aber vor allem mein Schreibstil. Na sieh' mal an. Dabei mache ich beim Schreiben nicht viel anderes als wenn ich sprechen würde: Ich schreibe, wir mir der Schnabel gewachsen ist. So einfach ist das.

Aber ich gebe zu, ganz so einfach ist das doch nicht. Auch mir geht es oft genug so wie vielen, vielen Menschen, die etwas schreiben wollen oder sollen: Ich verfalle auch heute noch hin und wieder in einen – ich nenne ihn amtlichen – Stil, der so gar nichts mehr mit der gesprochenen Sprache zu tun hat. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich etwas schreibe und beim Durchlesen merke: „So spricht doch keine Sau!“ Das war jetzt gut schwäbisch, aber ich bin sicher, auch die Nordlichter verstehen genau, was ich meine. Und ein extremes – und ein extrem gutes – Beispiel dafür, was ich meine.

Wenn die Überarbeitung dann gar nicht klappen will, dann stelle ich mir einfach vor, ich will das in vertrauter, lockerer Runde erzählen. Und dann schreibe ich meist den ganzen Text neu. Daher war es ja auch so extrem wichtig für mich, das 10-Finger-System zu lernen, denn sprechen geht ja noch schneller, vom denken ganz zu schweigen... Da müsste dann so was wie Steno her, aber in diesem technischen Zeitalter ist das wohl überholt.