Vor ungefähr einem Jahr habe ich in hier im Blog und im Newsletter darüber geschrieben, dass sich der Verstand im Laufe der menschlichen Entwicklung herausgebildet hat, damit seine Überlebensstrategie möglichst erfolgreich wird. Ich habe damals drei grundsätzliche Regeln benannt:

  • Schmerz vermeiden
  • Freude empfinden und
  • Energie sparen

Dazu stehe ich heute auch noch. Allerdings war ich damals noch nicht wirklich damit zufrieden, denn es fühlte sich einfach noch nicht ganz stimmig an.

Es fehlte mir noch etwas, ich konnte es nur nicht benennen. Aber die menschliche Entwicklung vollzieht sich ja nicht nur in Zeiträumen, die nach Jahrmillionen gemessen werden. Auch in kürzeren Abschnitten – sagen wir mal über ein Menschenleben, aber auch Teilen daraus – kann sich etwas entwickeln. Und so wurde mir nun klar, was hier fehlt.

Reagieren sichert das Überleben – vielleicht

Diese drei Regeln reichen grundsätzlich mal für eine Überlebensstrategie. Vor allem Schmerz vermeiden und Energie sparen sind aber Regeln, nach denen reagiert wird. Aktiv wird hier nichts unternommen, um das Überleben zu sichern. Es könnten aber auch Situationen auftauchen, für die diese drei Regeln nicht ausreichen. Nur reagieren hat zum Beispiel bei den Dinosauriern nicht ausgereicht, als sich die Umwelt drastisch änderte. Die Folge davon: Dinosaurier findet man heute nur noch durch Ausgrabungen und in Museen, nicht aber im Zoo. Das nenne ich nicht unbedingt erfolgreich.

(Ach ja: So revolutionär und notwendig Darwins These „Der Stärkere überlebt“ damals auch war, so ganz richtig war sie nicht, denn der Anpassungsfähigere überlebt deutlich besser. Klar, im direkten, kurzfristigen Vergleich eins zu eins mag Darwin schon größtenteils Recht gehabt haben. Aber auf lange Sicht reicht das eben nicht aus.)

Agieren macht erfolgreich

Um wirklich erfolgreich das Überleben zu sichern, ist daher etwas „Vorausplanung“, etwas Action nötig. Um den Menschen dazu zu bringen, seine vier Buchstaben zu bewegen, ist Freude empfinden natürlich schon geeignet. Trotzdem fehlt noch was. Wie komme ich dem nur auf die Spur?

Wenn ich zum Beispiel etwas zu Essen gefunden habe, was mir besonders schmeckt oder gut tut, dann will ich davon mehr haben. Wenn das Eis toll schmeckt, dann überlege ich mir schon, ob ich nicht noch ein zweites Eis esse. Und damit haben wir die vierte Regel, die einfach so in uns eingebaut ist: Das Streben nach mehr.

Das Streben nach mehr ist der Teil unseres Betriebssystems, der dafür sorgt, dass wir uns weiterentwickeln. Dass wir nicht mehr in Höhlen hausen. Dass wir Vorräte sammeln.

Noch erfolgreicher sind wir durch das Zusammenspiel von Energie sparen und Streben nach mehr geworden. Dieses Zusammenspiel sorgte dafür, dass wir nicht mehr alles zu Fuß laufen müssen, sondern Pferde gezähmt und Autos entwickelt haben...

Eine runde Sache

Damit wird die ganze Angelegenheit endlich rund, wie ich finde. Denn jetzt kann man zu der einfachen Definition unserer Grundprogrammierung, wie sie vielfach in Büchern zu finden ist, nämlich Schmerz vermeiden, Freude empfinden auch „Handlungsanweisungen“ zuordnen:

  • Schmerz vermeiden – Energie sparen:
    Ich habe dafür gesorgt, dass es nicht mehr weh tut, warum sollte ich mich weiter krumm legen?
  • Freude empfinden – Streben nach mehr:
    Hey, das ist klasse, das tut mir gut, davon will ich mehr

Aus diesen beiden Paaren kann man so vieles herauslesen, dass ich das gar nicht alles auf einmal erfassen kann. Ich habe da schon ein paar Sachen, die mir dazu eingefallen sind. Aber getreu dem „Plankton-Motto“ (das ist das nächste Thema im Bereich Schreiben), werde ich das in andere Beiträge auslagern.