Hypnose ist ein Wort, das lange Zeit negativ besetzt war und auch heute noch zum Teil auf Argwohn stößt. Erst in letzter Zeit verliert dieses Wort etwas von dem schlechten Image. Dabei ist Hypnose – die helfende Hypnose – eine unheimlich gute Sache!

Aber der erste Eindruck, den man von Hypnose bekommt, ist meist der der Show-Hypnose. Bei der Show-Hypnose gibt es in der Regel eine stillschweigende Absprache zwischen dem Show-Hypnotiseur und dem, der sich hypnotisieren lässt (Hypnotisand). Letzterer spielt das Spiel mit, das der Show-Hypnotiseur da abzieht. Welche Gründe der Hypnotisand auch immer hat, bei diesem Spiel mitzumachen und vielleicht als gackerndes Huhn herumzulaufen: Mit sinnvoller Hypnose, die den Menschen hilft, hat das rein gar nichts zu tun.

Hypnos – der Schlaf

Früher nahm man an, dass der Zustand der Hypnose ähnlich wie schlafen ist. Deshalb verwendete man das griechische Wort für Schlaf, um diesen Zustand zu bezeichnen.

Zunächst wird eine Hypnose eingeleitet, das heißt es wird ein sehr entspannter Zustand des Hypnotisanden erzeugt. Dann werden dem Hypnotisanden Anweisungen gegeben, die sogenannten Suggestionen. Das können einfach nur Fragen zu seinem Problem sein, die er beantwortet, aber auch Suggestionen, die ihm eine Verhaltensänderung erleichtern. Wenn die Sitzung zu Ende ist, dann wird die Hypnose aufgelöst. Das ist das grobe Schema.

Aber: Ob sich ein Mensch in diesen entspannten Zustand führen lässt oder nicht, das entscheidet dieser Mensch ganz alleine. Wenn ein Mensch sich nicht „hypnotisieren lassen“ will, dann kann der beste Hypnotiseur der Welt diesen Menschen nicht in Hypnose bringen!

Um sich zu entspannen, braucht es also den Willen des Hypnotisanden. Und es braucht genügend Vertrauen zum Hypnotiseur, den Rapport. Ohne dieses Vertrauen funktioniert folglich keine Hypnose, denn wenn ich ihm nicht vertraue, dann werde ich auch nicht zulassen, dass er mich in einen Zustand bringt, wo er mit meinem Unterbewusstsein arbeiten kann.

Die helfende Hypnose ist eine Einladung

an den Hypnotisanden, mittels Suggestionen in entspanntem Zustand Änderungen bei sich zu bewirken, die im normalen Wachzustand nicht oder nur schwer möglich wären. Oder an frühere Ereignisse zu kommen, die mit einem dicken Schutzmantel bedeckt sind. Je nach Thema ist der entspannte Zustand tiefer oder weniger tief.

Es gibt auch Suggestionen, die nach der Hypnose wirksam sind: post-hypnotische Suggestionen. Aber keine Angst: Es kann niemandem etwas suggeriert werden, das er ablehnt! Es ist einfach ein Hirngespinst, dass ein Mord oder sonst was Illegales unter hypnotischem Zwang so verankert werden kann, dass es anschließend ausgeführt werden könnte – solange der Hypnotisand selbst das nicht auch will!

Eine Hypnose wirkt – wie jede Suggestion – auf das Unterbewusstsein, das ist richtig und genau so erwünscht. Eine Hypnose wirkt am besten am Verstand vorbei, wenn ich es einmal so salopp formulieren darf. Aber eine Hypnose kann nicht an den menschlichen Sicherungen vorbei wirken, die verhindern, dass man etwas tut, was man nicht will!

Die helfende Hypnose geschieht immer in Absprache mit dem Hypnotisanden! Schließlich kommt der Mensch ja zum Hypnotiseur, um ein Problem zu lösen, das er auf normalem Wege nicht lösen kann. Sonst würde er ja nicht kommen! Es besteht eine klare Absprache zwischen Hypnotiseur und Hypnotisand.

Der alltägliche Hypnose-Wahn

Ja, natürlich, auch den gibt es. Jede Menge sogar! Wenn ich mir alleine die Werbung im Fernsehen ansehe: Da sitzt man so schön gemütlich und entspannt auf seiner Couch und zieht sich einen Spielfilm oder die Abendshow rein. Dann kommt die Werbung und nutzt diesen entspannten Zustand aus, um zu suggerieren, dass man eine schlechte Mutter wäre, wenn man seinen Kindern nicht diese spezielle ... (hier kann man alles mögliche einsetzen) kauft. Oder eine schlechter Hausmann, wenn nicht jenes Waschpulver verwendet wird. Die „Tricks“ der Werbebranche sind Legion und auch nur angewandte Hypnose auf einem weniger tiefen Level!

Es gibt viele Situationen in unserem Alltag, wo wir auf Hypnose und/oder hypnotische Sprachmuster treffen.

Bei dieser unbewussten Hypnose nutzt der Hypnotiseur – im Falle der Werbung also die Firma – den entspannten Zustand, um die Suggestion „Kauf' mich“ zu setzen. Es wird das Vertrauen in die Fernsehsendung ausgenutzt. Das alles passiert ohne die Zustimmung des Hypnotisanden. Diese Hypnose wirkt zwar nicht so tief wie eine bewusste, helfende Hypnose, aber hier macht es alleine schon die Menge der Wiederholungen, um einen wirksamen Effekt hervorzurufen.

Eine extreme Form dieser Werbe-Hypnose wurde vor etlichen Jahren mal in Amerika getestet, aber sogar die ansonsten so beschränkungs-ablehnenden Amis haben dem schnell einen gesetzlichen Riegel vorgeschoben: In Kinofilmen wurde im laufenden Film Werbung für den Bruchteil einer Sekunde gezeigt. Zu kurz, um bewusst wahrgenommen zu werden, doch im Unterbewusstsein hat sie gewirkt. Und jetzt stelle Dir mal vor, da ist eine Szene in der Wüste, die Hauptperson hat unheimlich Durst und die Werbung eines Getränkes wird so unbewusst eingeblendet. Was passierte in der Pause? Ja, genau! Der Absatz genau dieses Getränks schnellte in die Höhe! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Fazit

Hypnose ist gut, wenn sie bewusst mit abgesprochenem Ziel durchgeführt wird. Nur die aufgedrängte Hypnose ist nicht in Ordnung. Und die Show-Hypnose? Na ja, die ist, was der Name schon sagt: Eine Show.