Kürzlich wurde ich gefragt, was eigentlich genau der Unterschied zwischen Coaching und Mentaltraining ist. Äh...ja... also...

Es erstaunt mich immer wieder, dass ich auf anscheinend so einfache Fragen keine Antwort parat habe und ins Stottern komme. Das liegt meist daran, dass ich die Antwort zwar gefühlsmäßig/unterbewusst genau kenne, mir aber nicht die Worte überlegt habe, das auch in ein paar Sätze zu packen. Dabei ist es doch ganz einfach:

Das Mentaltraining

sind die Techniken und Werkzeuge, mit denen Du Dich, deine Verhaltens- und Reaktionsmuster, dein Unterbewusstsein „(um)programmieren“ kannst.

Das Coaching

hingegen stellt den gesamten Prozess dar:

  • Erkennen, wo genau „der Schuh drückt“ und was die Ursache dafür ist,

  • herausfinden, welche Wege, Werkzeuge und Hilfsmittel für die Lösung am geeignetsten sind und auch zu Dir passen,

  • durch den gesamten Prozess begleiten,

  • die Mittel und Wege möglicherweise fein tunen und

  • die Fortschritte kontrollieren.

Mentaltechniken...

Es gibt sehr, sehr viele Mentaltechniken zu den verschiedensten Bereichen, unter anderem Entspannungstechniken, Techniken zur Stressbewältigung, zur Stärkung des Selbstbewusstseins und des Selbstvertrauens, Gedächtnistraining, um nur einige zu nennen. Als Techniken möchte ich auch nur ein paar Beispiele nennen: Hypnose, neurolinguistische Programmierung (NLP), autogenes Training, Meditation, progressive Muskelentspannung, Autosuggestion, Yoga, Affirmation, Klopfen.

Ein Mentaltrainer ist also jemand, der „seine“ Mentaltechniken hervorragend beherrscht und diese auch anwenden und weitergeben kann. Wenn aber seine Methoden bei jemandem oder einer Fragestellung nicht richtig funktioniert, stößt er schnell an seine Grenzen.

... oder Coaching?

Ein Coach hat hier ein größeres Repertoire an Auswahlmöglichkeiten. Zudem besitzt er Werkzeuge, um tiefer sitzende Hindernisse aufzuspüren und zu beseitigen. Dazu gehören zum Beispiel Teilearbeit, Holding, Aufstellung, Timeline oder auch ein Musterdurchbruch. Auch hier ist die Aufzählung bei weitem nicht vollständig.

Und was ist mit Selbstcoaching mit Mentaltechniken?

Man kann sich durchaus selbst coachen und das macht man ja auch oft genug. Jedes Mal, wenn wir etwas tun, dann sind wir ja bemüht, uns zu verbessern. Wer schon einmal 200 Briefe „eintüten“ musste, wird festgestellt haben, dass er am Ende das einzelne Schreiben viel schneller versandfertig hat als am Anfang. Die einzelnen Handgriffe laufen mit Übung einfach immer besser. Das ist ja genauso beim Auto oder Fahrrad fahren, Texte schreiben – einfach bei allem, was wir tun. Allein das kann man schon als Selbstcoaching bezeichnen. Aber auch wenn man ein Verhaltensmuster ändern will, kann man dies durchaus im Selbstcoaching tun. Mit dem Rauchen aufhören ist ein Paradebeispiel dafür (das allerdings sehr selten wirklich funktioniert).

Eine Schwierigkeit beim Selbstcoaching ist diese: Wenn wir mal eine Mentaltechnik – zum Beispiel Autosuggestion – gelernt haben, dann setzen wir diese eine Technik für alle Probleme ein. Wir passen dann das Problem der bekannten Technik an. Wir stülpen quasi diese Technik über das Problem, egal ob es genau passt oder nicht. Das mag für viele (einfachere) Problemstellungen ausreichen. Aber manchmal erleidet man damit Schiffbruch, weil die Technik hier einfach nicht funktioniert. Da hat ein Mentaltrainer und noch mehr ein Coach deutliche Vorteile.

Ein weiteres Problem im Selbstcoaching ist, dass Du nicht den ausreichenden Abstand zu Dir selbst hast und auch kaum bekommen kannst. Das merkst Du schnell, wenn diese Mentaltechnik eigentlich helfen könnte oder sollte, Du aber trotzdem nicht vorwärts kommst. Es ist einfach so, dass Du nicht aus deiner Haut kannst, um mal neben Dich zu stehen und die ganze Sache von außen zu betrachten.

Da hat übrigens ein Coach ebenfalls eine Herausforderung: Einerseits sollte genügend Nähe und Empathie vorhanden sein, um das Problem richtig zu verstehen und helfen zu können, andererseits aber auch genügend Abstand, um nicht selbst in dieser Problemstellung aufzugehen. Es nützt Dir nichts, wenn dein Coach vor lauter Mitgefühl (oder weil er an diesem Punkt ebenfalls noch eine Baustelle hat) in Tränen ausbricht. Daher werden auch die meisten Coaches nahestehende Personen nicht coachen, wenn sie befürchten, den nötigen Abstand nicht halten zu können.

Fazit

Im Mentaltraining lernst Du Techniken, die Du dann im (Selbst-)Coaching einsetzt. Ich wünsche jedem, dass er sich bewusst und erfolgreich selbst coachen kann. Wenn Du mehrere Mentaltechniken lernst, hast Du bessere Möglichkeiten, Dich selbst vorwärts zu bringen.

Manchmal reicht das aber nicht aus. Dann solltest Du Dich nicht scheuen, auch mal einen Coach zu Hilfe zu nehmen. Ich helfe Dir gerne. Einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben oder anrufen unter 0 71 62-145 47 28.