Heute ist wieder so ein Tag, an dem mir bereits jetzt um kurz nach zehn so der Kopf schwirrt, dass ich abheben könnte. Ich habe so viele Ideen im Kopf, dass ich gar nicht dazu komme, alles zu notieren, denn bei der ersten Betrachtung sehen alle so aus, als wenn sie mindestens einen zweiten Blick brauchen.

Ich bin schon wieder auf der Suche nach einem Thema für das Blog, das mich auch gerade so anspricht, dass ich unbedingt darüber schreiben will. Es gibt da zwar ein paar Themen, die sind aber noch etwas unausgegoren, da passt noch nichts zusammen.

Andererseits fügen sich gerade andere Dinge zusammen mit weiteren Aspekten, die ich unbedingt los werden will. Da ist zum Beispiel gerade das, was ich in der Überschrift angesprochen habe: Ich habe viele Flausen im Kopf, was ich alles umsetzen könnte oder über was ich schreiben könnte. Aber das betrifft auch noch ein grundlegenderes Thema: Sollte ich mich als Unternehmerin nicht auf meinen Themenbereich konzentrieren und die Flausen – was ja nichts anderes sind als kreative Ideen – nicht lieber doch auf die Seite schieben, wenn sie (auf den ersten Blick) nicht dazu passen?

Ich kämpfe schon lange damit, wie ich kommunizieren kann, dass meine beiden Bereiche, nämlich Coaching und Webseiten erstellen, phänomenal zusammen passen können. Gefühlsmäßig sehe ich da viele Synergien, die auftreten können. Das kann sich gegenseitig befruchten, dass daraus eine ganz besondere Art des Coachings für Unternehmer herauskommt.

Dann habe ich in letzter Zeit viel mit dem Themenkomplex „Wie bewältige ich meine Aufgaben möglichst zielführend und effektiv“ zu tun – aus eigener Notwendigkeit und auch durch Leute mit denen ich (zusammen-)arbeite. Einige Probleme sind dabei, dass man in Aktionismus verfallen kann, die große Linie im Alltag verliert oder vor allem nur reagiert. Oder dass man sich den Tag nur mit Arbeiten füllt, die zwar auch auf dem Kurs liegen, aber nur den langfristigen Teil bedienen. Die dafür sorgen, dass man in einem halben Jahr, in einem oder in zwei Jahren dann die Früchte – zum Beispiel Aufträge – ernten kann. Doch was ist kurzfristig? Das ist so, als ob jemand nur für die Zukunft arbeitet. Doch auch heute lebe ich, brauche mein Auskommen! Das ist ähnlich wie der Spruch: Wenn ich in Rente bin, dann... Ja, und die Jahre bis dahin? Nur davon träumen, wie schön es in der Rente sein kann?

Du merkst, ich komme hier von einem aufs andere, ohne richtig konkret zu werden, was ja eigentlich immer mein Anspruch ist. Aber das geht heute mal nicht und diese Ausnahme genehmige ich mir gelegentlich.

In dem obigen Anschnitt steckt auch die Frage: Kenne ich überhaupt meine große Linie? Als Unternehmerin sollte ich die schon haben, sonst laufe ich irgendwann vielleicht mit einem Bauchladen an Angeboten herum. Am besten ist es natürlich, wenn ich diese große Linie auch in Worte packen kann. Noch besser ist es, wenn ich die große Linie aufschreibe, denn was schriftlich festgehalten ist, das bekommt einfach dadurch, dass es notiert ist, ein ganz anderes Gewicht: Ich habe mir die Zeit genommen, es aufzuschreiben. Ich habe einen Teil meines Lebens dafür investiert, diese Worte zu finden und zu schreiben. Es entsteht durch das Notieren auch ein Stück mehr Klarheit.

Apropos Klarheit: Da habe ich einen Workshop angedacht, in dem man als Unternehmer sein Profil herausarbeiten und schärfen kann. Nun frage ich mich: Besteht überhaupt Bedarf dafür, außer bei mir?

Zum Thema Aufgaben effektiv und zielführend bearbeiten habe ich auch zwei Eisen im Feuer: Einen eigenen Zeitmanagement-Kurs und einen webbasierten Projektplaner.

Oh je, wirst Du denken, schon wieder? Das gibt es doch beides zuhauf schon am Markt. Ja, genau diese Zweifel plagen mich auch immer wieder. Sie hatten sogar schon fast so sehr die Oberhand bekommen, dass ich mir sagte: Was ich bisher gefunden habe, war nicht wirklich passend für mich, also mache ich das jetzt einfach für mich. An diesem Punkt steht gerade der Projektplaner. Er ist noch nicht wirklich ausgereift umgesetzt, aber für mich tut´s das...

Es ist ja auch ganz in Ordnung, wenn ich dabei an meinen Vorteil denke. Andererseits weiß ich, dass es da draußen in der Welt ein paar Menschen gibt, die sagen: Ich habe ja schon manches dazu ausprobiert, aber das ist jetzt endlich etwas, was ich tatsächlich brauchen kann. Warum sollte ich mein Wissen und meine Tools diesen Menschen nicht auch zur Verfügung stellen? Emma lässt grüßen. Mit solchen Gedanken – genauer gesagt Selbstzweifeln – steht keiner alleine da, es trifft wohl jeden irgendwann einmal. Aber man steht sich und seinem Erfolg damit auch selbst oft genug im Weg. (Ja, Petra, ich habe das, was Du mir vor einigen Jahren gesagt hast, nicht vergessen! Wie Du siehst, arbeite ich immer noch daran.)

Ach, zum Zeitmanagement-Kurs habe ich den ersten Teil bereits fertig. Und habe den Mut aufgebracht, das einer Kollegin und Freundin zum Testen aus Auge zu drücken. Als ich ihr am Telefon davon erzählte, war ihre Reaktion alles andere als hilfreich, so nach dem Motto: ich habe meine Zeit im Griff, da gibt es nichts zu verbessern. Heute morgen bekam ich von ihr die Anfrage: „Das Ding ist ja genial! Darf ich das auch für meine Kunden einsetzen? Mit meinem Logo?

Nun, eine bessere Entwicklung konnte ich mir nicht vorstellen! Und es zeigt mir: Ja, auch für meinen Kurs im Zeitmanagement besteht Bedarf. Und ja, es lohnt sich, auch mit noch nicht fertigen Sachen schon nach außen zu gehen. Erstens bekommt man – wie in diesem Fall – eine Bestätigung für seine Arbeit, die einen bei der Stange halten kann. Und zweitens bekommt man durch das Feedback auch gerade in der Entwicklungsphase wertvolle Tipps, was gut ankommt und wo Verbesserungsbedarf besteht. Dieser Hinweis ist vor allem für die Perfektionisten unter uns gedacht.

Im Laufe des heutigen Vormittags haben sich da wieder ein paar Teile zusammen geschoben wie bei einem Puzzle. Es läuft alles darauf hinaus, vor allem neu startende Unternehmer oder Unternehmer, die gerade in einem Umbruch stecken, von dieser Seite her zu unterstützen. Und wenn man die Klarheit – sein Profil – dann auch so auf die Webseite, die das Unternehmen im Internet repräsentiert, bekommt, dann ist das eine der Synergien. Andererseits erfordert die Webseite wiederum Nachdenken über die Struktur des Unternehmens, denn ohne Struktur kann ich einfach keine Webseite erstellen. Und das wiederum hilft dabei, das Profil zu schärfen, die große Linie herauszuarbeiten.

Das war nun mal ein Text komplett ohne Struktur. Aber er hat mir geholfen, eben diese in meine Gedanken zu bekommen. Und er zeigt: Auch als Coach bin ich nicht frei von Baustellen, ohne Selbstzweifel, ohne Zeitproblem. Aber als Coach habe ich die Fähigkeiten und die Werkzeuge, diese Themen aufzudröseln und Struktur auch hier hinein zu bekommen. Und wenn ich keine passenden Werkzeuge habe, dann mache ich mir welche...