Weißt Du, wie sich ein Frosch verhält, wenn man ihn in kochendes Wasser wirft? Klar, er springt sofort wieder heraus, denn die Sache ist ihm einfach zu heiß!

Aber was passiert, wenn Du einen Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser setzt? Er fühlt sich pudelwohl und bleibt im Topf. Weißt Du auch, was passiert, wenn Du nun das Wasser langsam erwärmst?

Nun, wenn Du das Wasser langsam genug erwärmst, dann merkt der Frosch nicht, dass die Sache langsam heiß wird. Irgendwann, wenn es zu spät ist, merkt er zwar schon, dass es ihm nun an den Kragen geht, aber er ist nicht mehr in der Lage, heraus zu springen und verendet qualvoll.

„Äh, was soll diese Geschichte?“ fragst Du dich nun sicher. Ganz einfach: Es ist eine Metapher auf das menschliche Verhalten! Frage Dich dich einmal selbst:

Verhältst Du dich wirklich anders?

Gibt es in deinem Leben nichts, wo deine Leidensfähigkeit mit der Belastung gewachsen ist?

Ich meine damit Situationen, die anfangs ganz in Ordnung waren, sich dann sich aber immer mehr „verselbständigt“ haben in eine Richtung, die Dir mittlerweile eigentlich gar nicht mehr passt – im Beruf, in der Partnerschaft, mit den Kindern oder in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis?

Ein entscheidendes Wort im letzten Satz ist das Wort „eigentlich“. Es relativiert auf eine Art und Weise, die Dir den Ausweg ins Nichts tun offen lässt. Und nun der Satz ohne dieses Wort: „Diese Richtung gefällt mir gar nicht mehr!“ Merkst Du was? Dieser Satz erhebt mehr Anspruch, gehört zu werden! Er zeigt ganz klar auf: Da läuft etwas schief, das geändert werden sollte!

Eigentlich ist ein Wort für die Komfortzone: Die Situation, die gerade herrscht, in der man sich eingerichtet hat, die man erträgt. Weil Veränderung unangenehm ist, Neues bringt, das man nicht abschätzen kann. Man weiß nicht, was das Neue bringt. Ob es wirklich besser ist. Dann ertrage ich schon lieber das, was ich kenne. Eigentlich ist es ja gar nicht so schlimm... bis man sich dann doch verbrannt hat...

Manche Menschen springen dann auf, schlagen wahllos um sich und auf alles ein, was ihnen gerade in die Quere kommt, andere bauen ihre Leidensfähigkeit noch weiter aus – beides keine Lösung, um damit glücklich zu werden.

Aber Veränderung muss ja nicht in einem einzigen, riesigen Schritt vorgenommen werden. Viele kleine Schritte sind da meist der bessere Weg, vor allem, wenn man keine verbrannte Erde hinter sich lassen will.

Und wie toll wäre es für den Frosch, wenn er hin und wieder aus dem Wasser hüpfen und die Wassertemperatur von außen prüfen könnte? Wenn man sich hin und wieder – in nicht allzu großen Zeitabständen – mal eine Auszeit vom Alltag nimmt, um über sich und seine Situation(en) nachdenkt?

Zur Beruhigung für alle Tierfreunde (zu denen ich mich selbst auch zähle): Ich habe noch keinen Frosch in irgendein Wasser geworfen. Da dürfen sie von mir aus selbst hinein hüpfen. Aber mir ist auch schon so manches Wasser zu warm geworden! Ich habe alle erwähnten Methoden ausgetestet und festgestellt: Hin und wieder eine Auszeit zum Überprüfen, dann kann man sowieso schon rechtzeitig mit einzelnen kleinen Schritten korrigieren, das ist die beste Methode.

Wenn Du dabei Hilfe brauchst: Meine Telefonnummer ist 0 71 62-145 47 28, die Mailadresse lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.