Was hat Coaching mit Homöopathie zu tun? Warum interessiere ich mich als Coach für Homöopathie?

Die zweite Frage lässt sich schneller beantworten: Weil ich ich bin. Oder: Weil ich bin, wie ich bin. Oder: Weil ich von Natur aus neugierig bin und mich sehr vieles interessiert. Denn ein Tag, an dem ich nichts Neues mitbekommen, gelesen, gelernt habe, erscheint mir wie ein verlorener Tag. All das stimmt, beschreibt es aber immer noch nicht ganz genau.

Denn es fehlt der Zusammenhang mit dem Coaching. Ich bin Coach, ganzheitlicher Coach! (Gibt es da eigentlich keine weibliche Bezeichnung für? Coachine? Klingt blöd, Vorschläge bitte...). Und ganzheitlich heißt für mich, dass ich nicht nur das geistige, seelische, immaterielle Wohlbefinden meiner Aktienten im Auge habe. Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, hat bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts festgestellt, dass für einen Arzt nicht nur die körperlichen Symptome maßgeblich sein dürfen. Dass ein kranker Körper auch „kranke” Gedanken hervorruft und umgekehrt. Dass man vielleicht am falschen Ende herum doktort, wenn man sich nur auf einen (Teil-)Bereich des Menschen konzentriert.

Auch wenn ich möglicherweise nie den offiziellen Heilpraktiker mache, so ist es für mich doch wichtig zu sehen, was für Möglichkeiten die Homöopathie bietet, um gegebenenfalls einen Experten aus diesem Bereich zu empfehlen. Und hier sehe ich den Übergang zur ersten Frage.

Beim Lesen von Samuel Hahnemann - Organon der Heilkunst ist mir nämlich folgendes aufgefallen:

Ersetzt man Krankheit durch unerwünschter Ist-Zustand und Gesundheit durch erwünschter Soll-Zustand, dann hat man die Gemeinsamkeit aller helfenden Berufe vor Augen: Helfen, vom Ist-Zustand in den Soll-Zustand zu kommen. Und die Vorgehensweise ist in allen helfenden Berufen, sei es Schulmediziner, Homöopath, Psychologe, Psychiater, Coach oder sogar Handwerker oder Homepage-Programmierer, gleich (oder sollte doch so sein): Zuerst wird die Ist-Situation erfasst. Je genauer und umfassender man dabei vorgeht, desto gezielter, passender kann man dann das (Heil-)Mittel wählen und exakt dosiert einsetzen. Je exakter die Ist-Situation erfasst wird und je sorgfältiger das Mittel ausgewählt wird, desto weniger „Nebenwirkungen” werden spürbar sein. Für mich eine der wichtigsten Philosophien von Hahnemann ist nämlich, den Kranken zu heilen, ohne den durch die Krankheit eh schon geschundenen Körper mehr als unbedingt nötig zu belasten.

In der Psychiatrie hat man im letzten Jahrhundert ja bereits den Schritt weg von Wegsperren, Schlägen, wahllosen Elektroschocks geschafft. Wie wäre es, wenn man die Breitband-Antibiotika wenigstens durch ein passendes Einzel-Antibiotikum ersetzt? Dabei stelle ich mir schon die Frage, ob der Erreger das Problem ist oder die Empfindlichkeit für den Erreger? Woher rührt diese Empfindlichkeit?

Jedenfalls hat mich Hahnemann dazu gebracht, noch sorgfältiger hinzusehen und die Ist-Situation noch genauer zu erfassen, wenn jemand meine Hilfe in Anspruch nehmen möchte...

Noch ein Wort speziell an Hypnotherapeuten: Hahnemann erwähnt in seinem Organon der Heilkunst in §293 und 294, also ganz am Ende, dass Mesmerismus ebenfalls Heilkraft besitzt und also bei dessen Einsatz Vorsicht zu walten habe.