Aktient ist das Wort, das ich gerne im Zusammenhang mit meinen Auftraggebern im Coaching verwende.

Aktient, das klingt erst einmal ungewohnt, lässt aber die starke Anlehnung an das Wort Patient erkennen.

Viele Berufsgruppen haben ihre eigene Wortwahl, wenn es um ihre Kunden geht. Der Rechtsanwalt und der Steuerberater haben ihre Mandanten und Klienten (lateinisch cliens: der Schutzbefohlene), Gastwirte und Hoteliers ihre Gäste, die Heilberufe eben ihre Patienten.

Unter einem Patienten verstehe ich einen Menschen, bei dem es an etwas krankt und der dafür Hilfe benötigt, die er passiv erhält. Denn Patient kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: patiens ‚aushaltend‘, ‚fähig zu ertragen‘; passio: das ‚Leiden' (Wikipedia). Ein Patient (er)leidet also passiv, wird behandelt. Hierzu fällt mir auch folgende Weisheit ein, natürlich wieder auf lateinisch:

Medicus curat, natura sanat (Der Arzt behandelt, die Natur heilt)

Meine Wahl fiel auf das Wort Aktient, weil da aktiv drin steckt. Ein aktiver Mensch – ein Aktient – verändert selbst etwas. Er setzt sich aktiv für sich und seine körperliche, geistige und seelische Gesundheit ein. Er braucht zur Vorsorge und erst recht bei Problemen Hilfe zur Selbsthilfe. Nichts anderes kann Coaching bieten und genau das tue ich mit meiner Arbeit.

Ich will hier keinesfalls herkömmliche Schulweisheiten verteufeln. Wenn es erst einmal brennt, ist es zu spät. Da macht es keinen Sinn, über Brandverhütung zu reden. Dann braucht man die Feuerwehr. Aber Vorsorge und selbst für sich und sein Leben Verantwortung übernehmen, das Ruder selbst in die Hand nehmen, sorgt eben oft genug dafür, dass es erst gar nicht zu brennen anfängt...