Ich habe ja schon hin und wieder darauf hingewiesen, dass die Motivation − die richtige Motivation − wichtig ist, um etwas zu erreichen. Doch was ist die richtige Motivation?

Wenn ich mir überlege, dass ich in meinem Leben etwas nicht mehr haben möchte, dann habe ich eine Motivation, etwas dagegen zu unternehmen. Doch wie weit reicht diese Motivation? Und in welche Richtung?

Wenn ich etwas nicht mehr haben möchte, dann reicht es völlig aus, ein klein wenig von dem weg zu kommen, was ich nicht mehr haben möchte. Ganz egal wohin, Hauptsache weg davon. Das ist so ähnlich, als wenn ich über die Straße gehe und ein Auto näher kommt. Ich beschleunige meine Schritte nur so lange, bis ich aus der Gefahrenzone bin. Weg von etwas ist Flucht-motiviert. Du kannst Dir das auch vorstellen, als wenn dir eine Kiste im Weg ist. Du schiebst sie zur Seite, bis Du vorbei kommst. Die Kiste macht nur so lange eine Bewegung, bis Du aufhörst zu schieben. Wohin Du die Kiste schiebst, ist egal, Hauptsache sie ist weg. Hauptsache Du bist das los, was Du los werden möchtest. Mehr lässt dein Energiesparprogramm nicht zu. Es geht ja in diesem Fall „nur” darum, Schmerz zu vermeiden oder loszuwerden. Es muss nicht unbedingt Schmerz sein, lästig oder unangenehm kann auch ausreichend Motivation sein. Sobald Du aber aus der „Gefahrenzone” bist, lässt die Motivation schlagartig nach, das Energiesparprogramm greift wieder. Der Fluchttrieb ist zwar sehr mächtig, aber nicht besonders dauerhaft.

Etwas ganz anderes ist es, wenn Du ein Ziel hast, das Du erreichen möchtest. Hier ist es nicht mehr gleichgültig, in welche Richtung es geht. Hier wendest Du mehr und mehr Energie auf, so viel wie eben nötig ist, weil Du ja etwas haben willst. Du möchtest die Kiste an einem bestimmten Ort haben, Du möchtest ein Haus, ein Auto, ein Boot, einen Partner, Kinder, Anerkennung, ...

Zielmotivation ist die deutlich stärkere Motivation, denn sie schafft es, dein Energiesparprogramm dauerhafter zu überwinden. Hier geht es darum, Freude zu empfinden. „Will ich haben”, das zieht doch, oder? Der Genusstrieb ist zwar im ersten Moment nicht so mächtig wie der Fluchttrieb, dafür dauerhafter, hartnäckiger. Aber auch das verblasst mit der Zeit. Du kannst deine Zielmotivation aber unterstützen, indem Du dir dein Ziel immer wieder vorstellst, möglichst in dem Augenblick, in dem deine Freude darüber am größten ist, nämlich dann, wenn Du dein Ziel gerade erreicht hast.

Wenn Du Probleme haben solltest, dir dein Ziel vorzustellen oder gar nicht weißt, wie dein Ziel aussieht: Gemeinsam finden wir eine Lösung, wenn Du nur willst.