Man sagt ja, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben. Aber: Ist das wirklich so?

Was ist mit den Menschen, die tagein, tagaus schuften wie die Blöden und auf keinen grünen Zweig kommen?

Und was ist auf der anderen Seite mit den Fernseh- und Hollywoodstars, die Millionen für ihre Arbeit kassieren? Leistet ein Herr Gottschalk tatsächlich so viel mehr wie Bauer Häberle, um die Differenz im Einkommen damit zu rechtfertigen? Ich denke: Nein!

Ich will aber Gottschalk und Kollegen nicht neidisch ihr Einkommen streitig machen. Ich will nur zeigen, dass die Leistungsgesellschaft, in der wir angeblich leben, gar nicht existiert. Aber was dann?

Wenn ich einen Auftrag für ein Werbekonzept vergebe, mit dem ich im Jahr sagen wir mal 100.000 € mehr verdiene und dafür – nehmen wir auch mal eine Hausnummer – 25.000 € investiere, dann ist es mir doch egal, ob mein Auftragnehmer dafür acht Wochen lang von ersten Hahnenschrei bis tief in die Nacht in seinem Büro hirnt oder in zwei Wochen Malediven jeden Tag eine Stunde auf seinem Notebook klappert, um den Auftrag abzuarbeiten. Was für mich zählt, ist die Wirkung, die letztendlich dabei herauskommt.

In diesem Fall ist es eine Wirkung für mein Unternehmen, also eine kleinere Gruppe von Menschen, die mit ihrem ROI (= return of invest = Rendite der Investition) von 4 zu 1 recht intensiv ist. Im Falle der Stars und Sternchen mag die Wirkung auf eine einzelne Person vielleicht geringer ausfallen, aber da macht es die Wirkung auf die Masse. Gottschalk erreicht mit seinen Sendungen mehrere hunderttausend Menschen, vielleicht geht es bei ihm ja auch schon in die Millionen. Die Wirkung ist hier eine Massenwirkung, Und genau für diese Massenwirkung bekommt Gottschalk sein Geld.

Wenn wir also ehrlich sind, dann haben wir keine Leistungsgesellschaft sondern eine Wirkungsgesellschaft!

Das solltest Du im Auge haben, wenn Du das nächste Mal darauf angesprochen wirst, dass Du zu teuer oder dein Stundensatz zu hoch ist. Entspricht dein Honorar der Wirkung, die sie erzielt? Und wenn Du dein Honorar erhöhen möchtest, dann frage Dich nicht, was kann ich mehr leisten, sondern überlege, wie Du deine Wirkung erhöhen kannst.

Wenn Du dabei nicht so recht vorwärts kommst: Ich helfe Dir gerne dabei.

 

P.S.: Die sich daraus ergebende Frage, ob es überhaupt je eine Leistungsgesellschaft gegeben hat, möchte ich mal vertagen.