Ganz gleich, ob es sich um eine gute Strategie für ein neues Ziel handelt oder Du dich mit einem Problem herum schlägst: Es ist eine wichtige Unternehmerqualität, eine gute, zielorientierte Lösung zu finden.

Aber in den seltensten Fällen ist der erste Einfall auch der Beste. Wenn man aber gleich nach der ersten Idee loslegt, verbaut man sich viele weitere Lösungsmöglichkeiten, die möglicherweise schneller und/oder einfacher zum Ziel führen. Der erste Stolperstein liegt aber schon in der Formulierung des Problems:

Stolperstein 1: Aufgabe als Feststellung formuliert

Wenn Du deine Aufgabe als Feststellung formulierst, dann steht die Aufgabe als Tatsache da. Damit verbaust Du dir eine Menge Lösungswege, weil Du dein Denken dadurch zu sehr einschränkst. Stelle dein Anliegen als – möglichst konkrete – Frage. Beispiel gefällig?

Feststellung: Ich brauche dringend neue Aufträge!

Frage: Welche Möglichkeiten gibt es, neue Kunden auf mich aufmerksam zu machen?

Die folgenden Anfänge von Fragen können Dir helfen, deine Aufgabe in einer Frage zu formulieren:

  • Wie erreiche ich...?
  • Was kann ich tun, um...?
  • Wie schaffe ich es, dass...?

Du hast mehrere Fragen gefunden, mit denen Du dein Anliegen darstellen kannst? Klasse! Denn dadurch hast Du schon für Stolperstein 3 vorgesorgt!

Stolperstein 2: Sofort los preschen

Viele Wege führen nach Rom – auch von Hintertupfingen aus! Schön, wenn Dir sofort einfällt, dass Du mit dem Zug nach Paris fahren und von dort aus nach Rom fliegen kannst. Aber ist das wirklich die beste Lösung?

Stolperstein 3: Es gibt nur entweder – oder

Das gerade genannte Beispiel Viele Wege führen nach Rom zeigt ja schon ganz gut, dass es nicht nur den Weg über Paris gibt. Auch andere Zwischenstationen sind möglich, oft sogar besser. Aber da steckt noch etwas anderes drin: Das Beförderungsmittel! Du könntest zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren, per Anhalter, Bahn, Bus, Flugzeug oder mit dem Tretroller unterwegs sein. Es gibt auch hier viele Alternativen, nicht nur entweder – oder. Und wenn wir gerade dabei sind: Wenn Du dich auf zwei Alternativen beschränkst: Wer sagt Dir, dass deine beiden Alternativen denn die Besten sind? Dass Du hier nicht nur zwischen Teufel und Belzebub auswählen kannst? Gibt es vielleicht außer diesem schwarz/weiß auch noch Grautöne, die auch in Frage kämen?

Abhilfe

Deshalb: Nimm Dir etwas Zeit, Dir mehrere Möglichkeiten zu überlegen. Diese Investition macht sich auf jeden Fall bezahlt!

Packe dein Problem in eine oder mehrere Fragen. Verwende offene Fragen, also Fragen, die mit W anfangen. Überlege Dir dann Lösungsmöglichkeiten dazu. Ziel ist es, so viele Lösungen zu finden wie nur möglich. Es geht noch nicht darum, wie praktikabel die Idee ist. Schreibe auch solche Ideen auf, die Dir als nicht umsetzbar oder zu verrückt erscheinen. Dabei bleibt es wahrscheinlich nicht aus, dass Du auch noch mal die Frage anders formulierst. Prima, denn das ist die Ausgangsbasis für weitere Alternativen!

Erst jetzt hast Du wirklich die Möglichkeit, den für Dich besten Lösungsweg auszuwählen.