Ich habe ja hier schon geschrieben, dass ich der Meinung bin, wir stehen vor einer neuen Aufklärung. Als gelernte Elektrotechnikerin verstand und verstehe ich mich trotz meiner neuen Berufung auch immer noch als Wissenschaftlerin. Aber mit meiner neuen Sichtweise auf die Dinge, die ich mir durch Coaching und Mentaltraining angeeignet habe (vielleicht ist das ja auch ein Zeichen der Reife?), habe ich nun einen anderen Blickwinkel auf die Wissenschaften.

Ich sehe, dass die Wissenschaft in einer Art und Weise Dinge als unmöglich abgetan hat und immer noch abtut, die mich sehr stark an die religiöse Weltsicht vor der Aufklärung erinnert. Ich sehe aber auch, dass hier mittlerweile ein Umdenken stattfindet. Es ist zwar noch ein zartes Pflänzchen, aber immerhin!

Was ist denn eigentlich die Aufgabe der Wissenschaft? Das steckt schon im Wort: Wissen schaffen. In einem Buch habe ich neulich eine Definition über Wissenschaft gelesen, die ich aus vollstem Herzen bejahen kann. Es war zwar „nur” ein Roman, aber Wissen und Weisheit sind doch nicht auf Sachbücher beschränkt, oder sehe ich das falsch? Hier ist die Definition:

Die Wissenschaft hat lediglich die Aufgabe zu beobachten und nach der Ursache zu suchen, wenn sie zu finden ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass es in der Welt viele Dinge gibt, die wir nicht erklären können — aber nicht, weil es keine Erklärung gibt, sondern weil wir zu wenig wissen, um sie zu finden. Es steht der Wissenschaft nicht an, auf einer Erklärung zu beharren. Sie soll erklären und hoffen, dass sich die Erklärung einstellt.

Es wäre ja in Ordnung, wenn die Wissenschaft (nur) auf einer Erklärung beharrt, denn ohne das Streben nach der Erklärung gäbe es in der Wissenschaft kein Vorwärts-kommen. Was ich aber nicht so toll finde und die Wissenschaft in meinen Augen auf das Niveau der früh-mittelalterlichen Kirche bringt, ist die Tatsache, dass die Wissenschaft Dinge leugnet, als Hokuspokus bezeichnet oder als Placebo oder Einbildung abtut, für die sie keine Erklärung parat hat. Schlimmer noch: Für manches wird gar keine Erklärung gesucht, da es ja sowieso nicht sein kann. Mit Verlaub, aber diese Wissenschaftler haben für mich nicht mehr Niveau als seinerzeit die Kirchen-Oberen, die sich weigerten, die Sonnenflecken durch das Fernglas anzusehen, das Galilei ihnen präsentierte.

Lange Zeit ging es der Homöopathie so. Auch die traditionelle chinesische Medizin bekommt erst langsam Anerkennung und wissenschaftliche Ehren. Akupunktur, Akupressur, Reflexzonen — Methoden, die auf den Energiebahnen, den Meridianen und Chakren im Körper beruhen, funktionieren, waren aber lange Zeit Hokuspokus, weil sie nicht erklärt werden konnten. Ja, jetzt, wo die Messgeräte mittlerweile in ein Stadium gekommen sind, wo man die Energiebahnen sichtbar machen kann, jetzt auf einmal ist es doch vielleicht möglich, dass es tatsächlich funktioniert... Doch wie wirkt die Homöopathie, oder wie sieht es mit der Radionik aus...? (Mein Gefühl sagt mir, dass diese beiden Bereiche der Heilkunde zusammengehören.)

Glücklicherweise denken immer mehr Mediziner um: Wer heilt hat Recht! Das ist zwar noch ein kleines Pflänzchen, hat aber mittlerweile das Zeug zum überleben.

Auch in anderen Bereichen der Wissenschaft sind heute manche Dinge nicht mehr so unmöglich, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Mittlerweile wird zum Beispiel die Möglichkeit akzeptiert, dass jemand einen Zufallsgenerator nur kraft seiner Vorstellung, seiner Gedanken, beeinflussen kann. Dazu wurden in den 90er Jahren am amerikanischen PEAR-Institut Untersuchungen angestellt, eben mit dem Ergebnis, dass es möglich zu sein scheint. Wobei ich betonen möchte, dass die Wissenschaftler, die die Versuche durchführten, mit dem Willen angetreten sind zu beweisen, dass das nicht geht! Das Institut gibt es zwar nicht mehr, aber Untersuchungen in diese Richtung werden in einer anderen Institution von denselben Wissenschaftlern weitergeführt. Das Kind hat lediglich einen anderen Namen bekommen.

Die Aufklärung 2.0 hat sich ja schon vor gut 100 Jahren angedeutet, als nämlich Heisenberg und Co. durch den Doppelspalt-Versuch feststellten, dass die Welt nicht von einem Beobachter völlig unbeeinflusst beobachtet werden kann. Im Gegenteil! Die Erwartung des Beobachters, was er zu sehen bekommt, beeinflusst das Ergebnis der Beobachtung. Dies habe ich ja schon hier angesprochen.

Zugegeben, das bezieht sich vor allem auf den subatomaren Bereich. Im Makrokosmos, also da, wo wir Tisch, Bett und Auto definieren, haben diese Einflüsse (noch) keine messbare Wirkung. Aber durch diese Beobachtungen kam die Quantentheorie auf und in deren Folge auch die Strings. Die Physik, die bis zu diesem Zeitpunkt relativ einfach war, spaltete sich in die klassische Physik und die Quantenphysik. Letztere wird mittlerweile auch als neue Physik bezeichnet, denn die Quanten sind nur ein Teil, der Ausgangspunkt, dieses Bereichs.

Aufgrund der Erkenntnisse der Quantenphysik kam ein Professor der Physik — sein Name ist Hans-Peter Dürr — plötzlich auf die Idee, eine der Grundannahmen der klassischen Physik in Frage zu stellen! Die Physik geht ja davon aus, dass alles aus winzigen Bausteinen zusammengesetzt ist. Lange Jahrhunderte galt die Suche nach dem Atomos, dem Atom, dem Unteilbaren, als die Hauptaufgabe der Physik. Auch die Entwicklung der Quanten- und der String-Theorie geht letztendlich auf diese Suche nach dem Unteilbaren zurück. Dass durch den und nach dem Urknall alles in solche einzelnen Bausteine zerfallen war, war lange Zeit unstrittig. Die Theorie war: Da war etwas, da war alles zusammen, auf einen winzigen Fleck zusammengepfercht und verdichtet, und diese Ur-Suppe kochte und brodelte so vor sich hin, bis es einen Knall tat und alles in seine Bestandteile zerfiel: Der Urknall und als seine Folge die Welt, wie wir sie kennen oder zu kennen glauben.

Der Ur-Gedanke, der dahinter stand, war, dass diese einzelnen Bestandteile auch schon vor dem Urknall als einzelne Bestandteile vorhanden waren, nur eben komprimiert. Dass man dabei irgendwann einmal das Phänomen der Singularität, also einer Sprungstelle, einer Unstetigkeit in Kauf nehmen und einbauen musste, weil sonst alles keinen Sinn ergab, spielte keine Rolle, solange nur die Theorie weiter stimmte.

Aber dann kam, wie gesagt, ein Herr namens Dürr daher und überlegte: Was wäre, wenn eben nicht alles getrennt ist, sondern miteinander zusammenhängt, sich durch den Urknall nur eben auseinander bewegt? Wenn die Masse, die vor dem Urknall vorhanden war, homogen war, man könnte sagen: Ein einziger Matsch? Wenn sie sich nur ausweitet, aber nichts sich trennt? Wenn weiterhin alles miteinander verbunden ist, wie mit unsichtbaren Gummifäden? Sind das vielleicht die Strings? String bedeutet ja Kette, Bindfaden, Schnur, Saite. Die String-Theorie geht davon aus, dass Strings energetische Gebilde sind. Hängt alles in dieser Welt quasi über energetische Gummibänder zusammen? Kann man sich den Urknall vielleicht so vorstellen, als ob man einen Luftballon auf-bläst? Okay, das wäre dann nur zweidimensional, aber es taugt als sehr vereinfachendes Beispiel, um das Prinzip zu verdeutlichen. Die Singularität jedenfalls würde sich in Luft auflösen, man bräuchte sie nicht mehr...

Man weiß ja schon lange, dass Energien sich gegenseitig beeinflussen. Für den Nicht-Physiker dürfte dies am deutlichsten mit Magneten zu zeigen sein. Wenn man Nord- und Südpol einander annähert, dann gibt es irgendwann einen Punkt, an dem man es nicht mehr verhindern kann, dass sie zusammenkommen. Umgekehrt verhält es sich mit gleichen Polen: Irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr die Kraft hat, sie näher zusammenzubringen. Aber alles in allem sieht man, dass die Energien sich beeinflussen, je näher desto stärker.

Man weiß ebenfalls schon lange, dass Atome, wenn es schon nicht die essentiellen Bausteine der Welt sind, so doch die Teile sind, aus denen sich wenigstens alles Materielle in dieser Welt zusammensetzt, ein Energiefeld um sich haben. Okay, die Wirkung nach außen hin ist sehr gering. Sonst würde der Stuhl nicht lange ein Stuhl bleiben, sondern sich mit dem Tisch vereinigen oder so in Clinch geraten, dass nicht mehr viel von beiden übrig bleibt. Dieses energetische Feld ist übrigens dafür zuständig, dass uns Materie fest erscheint. Dass wir nicht einfach durch eine Wand greifen können. Denn die Atome besitzen nach außen hin alle eine negativ geladene Elektronenhülle. Und Elektronenhüllen zusammenzubringen ist genauso wie mit gleich gepolten Magneten: Je dichter, desto unmöglicher.

Aber: Sobald Bewegung ins Spiel kommt, ändert sich so manches! Alleine durch Bewegung entsteht ein weiteres energetisches Feld. Dabei heißt Bewegung nicht nur, dass ich mich von A nach B bewege, den Arm hebe oder Holz spalte. Hierzu zählt auch das Fließen von Wasser oder Strom, die Bewegung der Nervenimpulse, das Denken von Gedanken, das Zirkulieren unseres Blutes im Kreislauf, das Schlagen unseres Herzens, das Ausschütten von Neurotransmittern und Hormonen. Das hat noch nicht speziell mit der neuen Physik zu tun, das passt noch in die alte klassische Physik. EKG und EEG basieren auf diesem Prinzip, dass Bewegung Energiefelder erzeugt und diese Felder eine beobachtbare/messbare Außenwirkung haben.

Also hat auch ein jeder (lebende) Mensch ein solches energetisches Feld um sich, egal wie energiesparend er sich verhält (ein Schelm, wer hier an faul denkt). Das hat man auch bereits vor Jahren in einer Entfernung von zwei bis drei Metern nachgewiesen — Tendenz steigend. Alleine schon aus diesen Tatsachen, die noch der klassischen Physik angehören, scheint es mir nicht mehr so unmöglich, dass ein Mensch, der gelernt hat, mit Energien umzugehen — ob nun bewusst oder unbewusst, durch Hand auflegen, Akupressur, Akupunktur auf diese Art helfend eingreifen kann. Um wie viel mehr ist es dann wahrscheinlich, dass das funktioniert, wenn tatsächlich alles miteinander verbunden ist?

Wirkt diese Beeinflussung der Energien nur auf medizinischem Wege? Nein, keineswegs. Es gibt hierzu noch einiges, was ich sagen könnte. Aber für heute mache ich erst einmal Feierabend. Zum einen, weil ich denke, das war schon eine Menge Stoff, mit dem Du dich auseinandersetzen kannst. Zum anderen darf das, was ich noch zu sagen habe, gerne noch eine Weile weiter vor sich hin köcheln. Dann hat es möglicherweise besser durchgezogen, wenn ich weiter schreibe.

Jedenfalls bin ich sehr gespannt. Auf deine Reaktion, auf eine Diskussion und wie sich die Aufklärung 2.0 weiterentwickelt.