Vor knapp zwei Jahren hat jemand zu mir gesagt, ich würde auf ihn den Eindruck einer uralten Heilerin machen. Ich war etwas vor den Kopf gestoßen, denn ich fühlte mich so taufrisch wie der Morgen. Na ja, so taufrisch eben, wie man am achten Morgen eines Seminars aussieht. Ich gebe ja zu, dass ich nicht mehr ganz jugendlich bin, aber uralt?

Meine Gesichtszüge sind vermutlich heftig entgleist, denn er beeilte sich, seine Aussage zu konkretisieren: Er meine nicht optisch sondern ich hätte eben diese Ausstrahlung. Da war ich wieder etwas beruhigt. Und auch überrascht! Denn seine Ausstrahlung hat mir deutlich klar gemacht, er meint das so, dass ich die Reinkarnation einer alten, weisen Heilerin sei.

Zu der Zeit war Reinkarnation sowieso irgendwie ein Thema. Nicht so sehr für mich aber für mein Umfeld. Die einen meinen, es sei Kokolores, andere wiederum sind fest davon überzeugt, dass es Reinkarnation wirklich gibt. Und ich? Ich gehöre der unentschiedenen dritten Gruppe an. Auch heute noch bin ich persönlich da immer noch etwas indifferent. Aber eines weiß ich sicher: Ich will und kann nicht ausschließen, dass es Reinkarnation wirklich gibt. Tendenz: Es gibt sie.

Vor allem in meiner Arbeit als Coach habe ich mir aber eine konkrete Meinung zugelegt: Wenn mein Aktient meint, dass es Reinkarnation gibt, dann kann und darf ich ihm nicht widersprechen. Denn wenn in seinem Unterbewusstsein verankert ist, dass er sich an bestimmte Erlebnisse vor seiner Zeugung erinnern kann, dann ist das seine Realität. Und wer bin ich, dass ich seine Realität anzweifle? Er muss mit diesen Erlebnissen umgehen, sie verarbeiten und in sein Leben einbauen, auch wenn sie vielleicht eingebildet sind, weil es möglicherweise keine Reinkarnation gibt. Alleine schon von daher habe ich es als Realität — wenigstens in diesen Fall — anzuerkennen, ganz egal, wie meine persönliche Meinung dazu aussieht!