Wer kennt das nicht: Man hat einen Blog oder einen Newsletter. Anfangs schreibt man ganz euphorisch, aber im Laufe der Zeit tröpfeln die Beiträge nur noch so dahin, der Newsletter kommt auch nicht mehr im geplanten Rhythmus und das Schreiben wird mit der Zeit schon fast eine Qual. Und es dauert auch entsprechend lange. Nicht gerade motivierend, von rentabel keine Spur!

Was ist der Grund?

Anfangs hat man Themen und Texte, die nur so flutschen und das Schreiben ist ein richtiger Spaß. Aber oft genug ist dann ein Punkt erreicht, da wird das Schreiben zur Arbeit. Obwohl einem genügend Themen durch den Kopf spuken, kann man sich nicht so recht aufraffen, das auch zu Papier oder auf dem Bildschirm zu bringen. Und wenn man sich dann endlich daran macht, dann läuft es nicht, der Text wird holperig oder Flickwerk. Und das merkt dummerweise auch der Leser.

Einer der Hauptgründe ist Konzeptionslosigkeit!

Das Thema habe ich hier angeschnitten und hier bereits deutlicher erwähnt. Aber wenn schon ich selbst damit immer wieder so meine Probleme habe, dann gibt es unter meinen Lesern bestimmt genügend, die damit vielleicht noch mehr zu kämpfen haben. Also greife ich es hier noch mal konkreter auf.

Die Anfangseuphorie verraucht

In der ersten Zeit schreibt man meist über Themen, die in der alltäglichen Arbeit vorkommen. Dafür hat man die nötige Vorgehensweise ständig parat, weil man ja auch ständig damit konfrontiert wird. Das Vorgehen – das Konzept – liegt schon fix und fertig im Kopf vor und braucht nur noch so herunter geschrieben zu werden. Der Nutzen ist klar: Problem → Lösung.

Aber irgendwann sind die Konzepte, die man stets vorrätig hat, aufgebraucht. Dann hat man zwar noch Themen, über die man schreiben könnte, aber es geht einfach nicht mehr so locker-flockig von der Hand – beim einen früher, beim anderen später.

Was also kann man tun?

Du hast das Thema, Du hast nicht unbegrenzt Zeit, also spute Dich gefälligst!

Blöder Tipp, was?

Nee, nee, nicht ganz so blöd, wie Du im ersten Augenblick denkst!

Stelle Dir einen Küchenwecker, den Timer im Handy oder etwas in der Art. Nimm für einen kurzen Text eine halbe Stunde. Das muss reichen! Es ist doch dein Thema, oder? Wenn ich Dich hier und jetzt frage: „Sag' mal, Du bist doch Fachfrau/Fachmann für [.../das Backen von Hundekuchen/...], was für einen Tipp kannst Du mir geben, wenn [.../der Teig verläuft/...]?

Sagst Du dann auch: „Gib' mir 3 Tage Zeit, dann kann ich Dir antworten?

Sicherlich nicht! Auch wenn es ein nicht ganz alltägliches Problem ist, wirst Du doch relativ schnell eine Antwort parat haben. Denn was passiert? Du fokussiert Dich total auf diese Frage. Und das soll das Zeitlimit eben auch bewirken!

Aber was geschieht weiterhin in deinem Kopf?

Du stellst Dir eine Liste zusammen: Was kann ich tun, um von A nach B zu kommen? Und dann überlegst Du, wie Du das in Worte packen kannst.

Das ist doch aber genau auch das, was Du bereits bei den Texten hattest, die von selbst gelaufen sind! Nur musst Du hier eben etwas überlegen, bevor die Antwort kommt.

Nimm' Dir also die Zeit und konzipiere deinen Text! Nimm' Dir von den geplanten 30 Minuten für den gesamten Schreibvorgang ganze 10 Minuten für das Konzipieren, denn je besser etwas geplant ist, desto einfacher läuft es hinterher. Das hast Du sicherlich selbst schon festgestellt. Warum machst Du das dann nicht beim Schreiben?

Wie sieht das Konzept nun konkret aus?

1. Du hast das Thema

Prüfe hier bitte gleich, ob das Thema genügend Plankton ist, dass Du es überhaupt in diesem Text komplett abarbeiten kannst. Was genügend Plankton bedeutet kannst Du hier nachlesen: Plankton-Thema

2. Nutzen herausarbeiten

Das ist doch der Grund, warum ich schreibe: der Leser-Nutzen! Also arbeite ich ihn so konkret wie möglich heraus! Je konkreter ich hier werde, desto genauer werden meine Gedanken in die richtige Richtung gelenkt.

3. Ziel festlegen

Was soll der Leser wissen, können oder tun?

Auch hier wieder: Konkret werden! Und am besten in Schlagzeilen denken. Die dürfen schon Arbeitstitel sein, das kann man in der Überarbeitungsphase dann noch verbessern. Aber auch das hilft, die Gedanken zu fokussieren.

4. Wie komme ich von A nach B

Jetzt kommt der eigentliche fachliche Teil, der Dir sicherlich leicht fallen wird. Kurzes Brainstorming: Was kann man tun, um...

Und schon steht das Gerüst für deinen Text!

Wie bei allem im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister! Anfangs wird Dir die halbe Stunde für einen kurzen Text vielleicht noch nicht reichen, dann nimm' Dir eben die zwei- oder dreifache Zeit. Aber mit der Zeit kommt Übung und mit der Übung die Geschwindigkeit. Anfangs wirst Du dein Konzept noch schriftlich ausarbeiten, später klappt das auch im Kopf! Das ist wie beim Autofahren auch: In den ersten Fahrstunden ist es total schwierig, den Verkehr zu beobachten, Gas zu geben, zu lenken und dann dazu auch noch zu schalten. Alles auf einmal! Aber wie schnell hast Du dich daran gewöhnt und alles hat sich in Arme, Beine und Augen verselbständigt?

Und ich kann Dir versprechen: Mit der Übung kommt nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch der Spaß kehrt (wieder) ein!