Ja, da hat man so eine Kiste und müht sich - statt wie früher mit Schreib- und Rechenmaschine - eben mit dem PC ab. Vor allem Windows-Benutzer verwenden die Programme, die mit dem PC geliefert wurden, die man standardmäßig gekauft hat, ohne über Alternativen nachzudenken. Das haben alle, also nehme ich das auch.

Es werden also vornehmlich Programme von Microsoft verwendet, weil das ja so praktisch ist. Der Internet Explorer zum Surfen im Web ist ja schon dabei, auch ein Programm für die Mails wurde bis einschließlich XP mitgeliefert, Word und Excel kauft man eben zu - in neuerer Zeit ist ja die Testversion sogar schon vorinstalliert. Aus Bequemlichkeit wird dann eben die Kaufversion mit zwei, drei Mausklicks geordert, damit man seine Dokumente weiter nutzen kann. Da ich ja ursprünglich aus der Computerecke komme, habe ich hier einiges anzumerken.

Eins vorweg:

Ich möchte hier weder Panik verbreiten noch eine allgemeine Microsoft-Schelte los werden, denn ich sehe auch die Verdienste von Bill Gates um die Verbreitung der PCs. Denn vor allem ihm (und der in den Anfangsjahren laschen Durchsetzung seiner Lizenzrechte) - zusammen mit IBM auf der Hardwareseite - ist es überhaupt zu verdanken, dass Computer nicht nur in Firmen sondern mittlerweile auch in so ziemlich jedem Haushalt stehen, Word und Excel jeder kennt und jeder den Umgang damit lernen kann.

Zum einen ist da die Sicherheitsproblematik. Die Programme von Microsoft sind so sehr mit dem Betriebssystem verwoben, so tief verankert, dass es zu einem PC-weiten Problem werden kann, wenn nur ein Programm von Microsoft durch Schadsoftware kompromittiert wird. Und weil der Programmcode nicht offengelegt ist, kann keiner außer Microsoft Fehler beheben. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Microsoft nicht zu den Schnellsten gehört, was Fehlerbeseitigung anbelangt. Und Microsoft hat viele, viele Möglichkeiten, im Hintergrund Dinge zu tun, von denen der einfache Benutzer keine Ahnung hat. Und wenn er wüsste, was da manchmal abgeht, dann hätte er in der Vielzahl der Fälle bestimmt etwas dagegen.

Aber bitte: Ohne sich ein gewisses Maß an Grundkenntnissen geht es nicht! So ein PC ist komplexer als ein Auto, für welches man einen Führerschein braucht! Außerdem: Wer setzt sich heute in ein neues Auto, ohne ein gründliche Einweisung zu bekommen, damit er nicht vor Schreck in Ohnmacht fällt, wenn es plötzlich piept? Ein gewisses Maß an Lernbereitschaft und Eigenverantwortung sollte auch beim PC eigentlich selbstverständlich sein. Die bisherige Auffassung Microsoft macht das schon führt zu immer mehr Problemen. Die Welt ist mittlerweile so vernetzt, dass sich ein Problem bei Lieschen Müller in Frankfurt durchaus bei einem großen Konzern auf der anderen Seite der Welt zu Katastrophe auswirken könnte.

Im Übrigen finde ich es traurig, dass fast alle unsere Bildungseinrichtungen, allen voran die (Berufs-)Schulen sich in der Pflicht sehen, in der Verwendung eines bestimmten kommerziellen Programms auszubilden, statt in der Funktionalität Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Datenbank oder ...

Eine weitere Schwierigkeit sehe ich in der Quasi-Monopolstellung von Microsoft. Jeder, der nicht zum Beispiel Word auf seinem Rechner installiert hat, bekommt Probleme, wenn Briefe und andere Dokumente ausgetauscht werden sollen. Man würde quasi gezwungen, dieses Programm zu kaufen, nur damit man den Mail-Anhang, den Schwager Otto mitgeschickt hat, ansehen kann. Von der Abhängigkeit der Firmen von Microsoft, die Tausende von Dokumenten in diesem Format erstellt haben und darauf angewiesen sind, dieses Dokument auch noch in ein paar Jahren lesen zu können, wie es heute erstellt wurde (was auch jetzt schon nicht immer gewährleistet ist), möchte ich erst gar nicht anfangen.

All diese Gründe (und noch ein paar mehr) haben dafür gesorgt, dass ich heute eine Verfechterin von Quell-offenen Programmen bin. Quell-offen – zu neudeutsch open source – heißt, jeder kann den Programmcode sehen und Änderungen, Anpassungen und Fehlerbeseitigungen durchführen oder Erweiterungen schreiben. Bei größeren Programmen haben sich dazu oftmals Entwickler in aller Welt zusammengeschlossen. Es wird also aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen in der Regel rund um die Uhr programmiert, Fehler beseitigt, verbessert, erweitert. Für die Fehlerbeseitigung von sicherheitsrelevanten Fehlern kann man hier von einer Reaktionszeit von 4 Stunden ausgehen. Davon träumt jeder Benutzer von Programmen von Microsoft nur!

Quell-offene Programme sind in aller Regel sogar kostenlos! Sie sind zwar keine Eier-legenden Wollmilchsäue, aber der Funktionsumfang kann sich mit dem von Kaufprogrammen durchaus messen, Quell-offene Programme sind den Kaufprogrammen oftmals sogar noch überlegen. In der Regel herrscht im Open-Source-Bereich die Meinung vor, lieber den Kernbereich zu 100% abzudecken als viel Bereiche nur zu 70 oder 80%.

Quell-offene Programme gibt es üblicherweise für alle Betriebssysteme, man ist also nicht auf Windows angewiesen, um ein solchen Programm nutzen zu können. Sie sind einfach nicht so eng ins Betriebssystem eingebunden, so dass ein Umstieg auf ein anderes Betriebssystem wesentlich einfacher durchzuführen ist als bei Kaufprogrammen.

Schließlich will ich den Support nicht vergessen: Für den Fall, dass der Anwender Fragen zu einem Programm hat oder eine Lösung zu einem speziellen Problem oder sonstige Informationen zum Programm sucht, gibt es jede Menge Foren und Mailinglisten meist direkt beim jeweiligen Projekt. Man muss also nicht lange suchen, wo man Informationen her bekommt.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich möchte in diesem Bereich meines Blogs zum einen Quell-offene Programme, die ich für sinnvolle Alternativen zu Kaufprogrammen halte, vorstellen und ich möchte Tipps für den täglichen Umgang mit dem PC geben. Das wird aber nicht alles sein, lasst euch überraschen.