Unerwünschte Werbemails sind meistens ein Ärger. An Privat sind sie ja nicht erlaubt und das scheint mittlerweile ja auch einigermaßen zu funktionieren. Aber an Geschäftsleute ist die gesetzliche Regelung ziemlich schwammig: Wenn bereits eine Geschäftsverbindung besteht (da kann man alles mögliche hinein interpretieren) oder angenommen werden kann, dass eine Geschäftsverbindung zustande kommen kann. So ist mein Verständnis der Gesetzeslage.

Vor allem der letzte Punkt ist noch schwammiger als der erste, denn nicht ganz so seriöse Firmen gehen immer davon aus, dass ihr Angebot zu einer Geschäftsverbindung führen müsste. Aber wie kommen diese Leute überhaupt an meine Mailadresse?

Zum einen gibt es die fleißigen Arbeiter, die das Internet selbst nach gewerblichen Mailadressen durchforsten. Wenn man diese Firmen anschreibt, um ihnen mitzuteilen, dass man an ihren Angeboten nicht interessiert ist, dann hat man gute Chancen, dass man anschließend seine Ruhe hat.

Anders ist es bei denjenigen, die sich Mailadressen im Dutzend billiger einkaufen. Die Verkäufer solcher Adressenlisten haben Millionen von Mailadressen in ihrem Pool, wissen aber von sehr vielen nicht, ob die Mailadresse überhaupt noch existiert, ob sie noch genutzt wird oder ob sie tot ist. Da kann man dann tausend Adressen für ein paar Euro kriegen. Wenn man dagegen nur funktionierende Adressen haben will, dann ist die Auswahl deutlich geringer, die Qualität der eingekauften Adressen allerdings auch wesentlich höher und die Adressen sind entsprechend teurer.

Wenn man also hier reagiert, dann hat man bestätigt: Aha, hinter dieser Adresse steckt jemand, der reagiert. Die ist also nicht ganz schlecht. Und – schwupps! – hat man selbst den Wert der eigenen Mailadresse für solche Listen deutlich erhöht, denn oft genug gewähren die Verkäufer solcher Adressenlisten den Käufern Vergünstigungen, wenn sie über funktionierende Mailadressen Rückmeldung geben.

In diesem Fall wäre als Reaktion ein Filter im Mailprogramm hilfreicher, die die unerwünschten Mails gleich ungelesen löscht.

Ignorieren (und einen Filter einrichten) oder um Unterlassung ersuchen – beides kann helfen oder die Flut der Werbemails wenigstens auf einem erträglichen Maß halten. Ein Patentrezept dafür gibt es nicht. Das muss man von Fall zu Fall entscheiden.