Holding - bringt Beziehungen wieder in Balance

Als ursprüngliche „Erfinderin” der Holding gilt die New Yorkerin Martha Welch, die die Holding als Therapieform für autistische oder verhaltensauffällige Kinder und deren Eltern entwickelt hat. In Deutschland wurde diese Therapieform durch Frau Dr. Jirina Prekop unter dem Namen Festhaltetherapie sehr bekannt, aber auch umstritten.

  • „Das ist mein Problem, das geht dich nichts an!”
  • „Lass’ mich damit endlich in Ruhe!”
  • „Halt’ doch endlich deinen Mund!”
  • „Es ist mir egal, was Du willst!”
  • „Ich will nicht darüber reden!”

Wer kennt diese Sätze nicht? Damit wird aber jegliche Kommunikation gleich im Ansatz erstickt. Man zieht sich zurück. Die Verletzungen, Enttäuschungen und Konflikte, die dabei entstehen, können nicht miteinander gelöst und verarbeitet werden, werden unterschwellig und man kann irgendwann einmal seine wahren Gefühle nicht mehr zeigen.

Kinder werden aus dem Zimmer oder aufs Zimmer geschickt, wenn sie ihre wahren „negativen” Gefühle zeigen, anstatt aufgefangen und gehalten zu werden. Das Kind lernt, daß es fallen gelassen wird, wenn es seinen Ärger, seine Ängste und Befürchtungen mitteilt. Als Erwachsener ist man dann nicht mehr in der Lage, seine Gefühle mitzuteilen, eine offene und ehrliche Kommunikation zu führen in gegenseitiger Achtung und Respekt.

Wie soll man wirklich lieben und halten, wenn man nicht gelernt hat, dass man mit all seinen Gefühlen geliebt und gehalten wird?

In der Holding geht es um Beziehungsprobleme zwischen zwei Menschen. Ob Vater ↔ Tochter, Mutter ↔ Sohn, Mann ↔ Frau, diese Liste könnte beliebig fortgesetzt werden, spielt keine Rolle. Eine Holding ist auch mit bereits verstorbenen Menschen möglich, denn es wird, wie in der systemischen Aufstellung, mit einem Stellvertreter oder einer Stellvertreterin gearbeitet.

Bei der Holding - das sagt schon der Name - wird gehalten, ganz fest gehalten, egal wie sich die Situation entwickelt. Es wird so lange gehalten, bis die Angelegenheit geklärt ist. Du darfst dem Gegenüber all deine wahren Gefühle zeigen. Du wirst akzeptiert und gehalten mit all deinen Gefühlen, wie intensiv und manchmal aggressiv diese auch sind. Der Gegenüber hält dich weiter fest und bleibt bei dir - trotz Wut, Trauer, manchmal sogar Hass bis zur Auflösung, trotz aller starken, emotionsgeladenen Reaktionen und Worte.

  • „Halte mich und gib mir Kraft.”
  • „Nimm mich in deine Arme und halte mich nur ganz einfach fest.”
  • „Ich bin so traurig, hilf mir bitte.”
  • „Ich weiß, dass Du sauer auf mich bist. Sprich mit mit darüber.”

Wie oft hast Du dir gewünscht, solche Worte zu hören oder gar sagen zu dürfen? In der Holding bekommst Du die Erlaubnis, alle Blockaden zu öffnen und alle Zurückhaltung fallen zu lassen, allen Gefühlen freien Lauf zu lassen, alle angestauten und belastenden Gefühle loszulassen. Du überwindest alle deine Gefühlsbarrieren und bekommst damit die Chance, eine weitere, breitere Bandbreite an Gefühlen zu erfahren, zu erleben und anschließend auch zu leben.

Erst ohne diese Barrieren ist eine engere und glückliche Beziehung überhaupt wirklich möglich und vor allem auch wahres, innerstes Verzeihen und Loslassen dieser negativen Gefühle.

Die Beziehung wird wieder frei!